Kosten einer zahnärztlichen Behandlung

Die Zeiten, als sich gesetzlich Krankenversicherte keine Gedanken über die Kosten für zahnärztliche Behandlung machten, sind vorbei. Fakt ist, mit jeder Gesundheitsreform verlor der Leistungskatalog der gesetzlichen Versicherer an Umfang. Die Kosten, welche die gesetzliche Krankenversicherung trägt, legen die Verantwortlichen in der Gebührenordnung (BEMA) fest. Die Zuschüsse beziehen sich nicht auf die tatsächlich anfallenden Kosten, sondern auf die Kosten, die bei der Regelversorgung anfallen. Die preiswertesten Behandlungen dienen für die Berechnung als Basis. Für Privatleistungen orientieren sich Zahnärzte an die GOZ, die einen Steigerungsfaktor von 2,3 beinhaltet.

Kosten

Eine Rechnung erhalten gesetzlich Krankenversicherte nicht nur, wenn sie Zahnersatz brauchen. Diesen bezuschussen die gesetzlichen Versicherer mit einem Festbetrag, der nur einen Teil der Kosten abdeckt. Lediglich Geringverdiener, Empfänger von Sozialhilfe und Hartz IV erhalten einen höheren Zuschuss.

Füllungen

Die gesetzlichen Krankenversicherer übernehmen die Kosten, welche für einfache und damit preiswerte Füllungen anfallen. Dazu gehört Amalgam für Zähne im Backenbereich, dem nicht sichtbaren Bereich. Für Frontzähne, die beim Lachen und Sprechen sichtbar sind, bezahlten die Kassen Zahnfüllungen aus Kunststoff. Die GKV ist bereit, die teurere Variante zu bezahlen, wenn der Versicherte nachweislich eine Allergie gegen Amalgam oder dessen Bestandteile hat. Auch wenn er Funktionsstörungen der Nieren nachweisen kann, übernimmt die GKV die höheren Kosten.

Wurzel

Tief im Kiefer sitzt die Zahnwurzel. Auch diese ist vor Schäden nicht resistent. Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens entzündete oder vereiterte Zahnwurzeln oder Zahnwurzelkanäle. Bis vor einigen Jahren bezahlte die GKV die Behandlung der erkrankten Zahnwurzeln und Zahnwurzelkanäle. Seit 2004 sind die gesetzlichen Krankenversicherer nur mit Einschränkungen bereit, die Kosten zu übernehmen. Sie tragen die Kosten, wenn die Behandlung ermöglicht

  • eine geschlossene Zahnreihe zu erhalten
  • eine einseitige Freiend-Situation zu vermeiden und
  • einen funktionstüchtigen Zahnersatz zu erhalten.
Bei der Wurzelbehandlung bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung nur dann, wenn der Zahnarzt den zu behandelnden Zahn als erhaltungswürdig einstuft. Problematisch ist die Einstufung bei den hinteren Backenzähnen. Auch hier macht die GKV Abstriche und leistet nur

  • wenn sich der Backenzahn in einer vollständigen Zahnreihe befindet; es darf keine Lücke vorhanden sein,
  • wenn eine Behandlung das einseitige Verkürzen der Zahnreihe verhindert und
  • wenn Zahnersatz erhalten bleibt.

Erkrankter Zahn

Ist die Wurzel an einem nicht erhaltungswürdigen Zahn erkrankt, der Versicherte will den Zahn jedoch erhalten, trägt er die Kosten für die Behandlung. Ebenfalls zulasten der Versicherten gehen die Kosten für die professionelle Zahnreinigung. Experten empfehlen diese Reinigung zweimal jährlich, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten. Die Kosten übernimmt der Versicherte, kann sie oftmals im Rahmen des Bonusheftes teilweise mit seinem Krankenversicherer abrechnen.