Leistungen der GKV sind gering im Bereich des Zahnersatzes

Im Zuge der vergangenen Gesundheitsreformen verlor der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherer an Umfang. Die Versicherten müssen, wenn sie gesund bleiben wollen, immer öfter Behandlungen selbst finanzieren. Das ist hauptsächlich beim Zahnarzt der Fall!

GKV

Die gesetzlichen Krankenversicherer bezahlen die Regelversorgung, was bedeutet, sie leisten in vollem Umfang die Behandlung, die am kostengünstigsten ist. Für Zahnersatz gibt es lediglich einen Zuschuss, der sich an der billigsten Variante orientiert. Dieser Zuschuss ist abhängig vom lückenlos geführten zahnärztlichen Bonusheft. Dieses Bonusheft ist nicht zu verwechseln mit dem Bonusheft, das einige Krankenversicherer ausgeben. In diesem sind die Vorsorgeuntersuchungen bei verschiedenen Ärzten, auch die Vorsorge beim Zahnarzt, mit geringen Beträgen bezuschusst. Das zahnärztliche Bonusheft dagegen stellt die Basis für die Berechnung des Zuschusses für Zahnersatz dar.

Festzuschuss

An Zahnersatz beteiligt sich die gesetzliche Krankenversicherung mit einem Festzuschuss, der sich aufgrund der Härteklausel erhöht. In die Härteklausel fallen Personen, die einen geringen Verdienst nachweisen sowie Empfänger von Hartz-4 und Sozialhilfe. Die Kosten für Zahnersatz gliedern sich auf

• in Festzuschuss der gesetzlichen Versicherer
• im Eigenanteil der Versicherten an der Regelversorgung und
• den Zusatzleistungen, die der Zahnarzt nach der privaten Gebührenordnung abrechnet.
Der Festzuschuss deckt in keiner Weise die Kosten, die bei Zahnersatz entstehen. Das gilt ebenfalls für den höheren Anteil im Rahmen der Härteklausel.

 

Spangen

Bei Zahnspangen beteiligt sich die GKV üblicherweise ebenfalls mit einem festen Prozentsatz. Für Kinder bis zum 18. Lebensjahr übernimmt die Kasse die gesamten Kosten, wenn das System der kieferorthopädischen Indikation greift. Ansonsten beteiligen sich die Versicherer mit 80 Prozent an den Kosten, für jedes weitere Kind mit 90 Prozent. Den Eigenanteil erstattet die Kasse nach abgeschlossener Behandlung.
Viele Menschen in Deutschland haben Zahnfleischbluten oder bereits Parodontitis. Der Zahnarzt ist verpflichtet, eine systematische Behandlung der Parodontitis vorab bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu beantragen. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse nur, wenn eine gute Mundhygiene, erfolgreiche Vorbehandlungen und die Klärung einer langfristigen Prognose vorliegt. Bevor der Zahnarzt den Antrag auf Kostenzusage stellt, ist eine professionelle Zahnreinigung notwendig. Diese bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung nicht, einige Kassen beteiligen sich im Rahmen des Bonusheftes (nicht des zahnärztlichen Heftes) mit einem minimalen Betrag.

Zahnfleischbehandlung

Sind im Rahmen der Zahnfleischbehandlung zusätzliche Leistungen nötig, übernimmt die Krankenversicherung diese Kosten nicht. Diese Kosten gehen in vollem Umfang zulasten der Patienten. Zusätzliche Leistungen entstehen beispielsweise bei Lasertherapie, Laboruntersuchungen auf Bakterien sowie die Gabe von Antibiotika.

GKV zahlt nicht mehr alle Behandlungen

Behandlungen und Untersuchungen, welche die gesetzlichen Krankenversicherer vor Jahren problemlos übernahmen, gehen aktuell zulasten der Versicherten. Diese sollten sich vor einer Behandlung die Kostenzusage ihres Anbieters einholen, damit sie nicht auf hohen Kosten sitzen bleiben.