Parodontitis ist keineswegs harmlos

 Parodontitis beschreibt eine Entzündung des Zahnbetts. Das Zahnbett ist die Verbindung zwischen Kiefer und Zahn. Es besteht aus Kieferknochen, Bindegewebe und Zahnfleisch. Verursacher der Entzündung sind Bakterien, die Zahnbelag bilden und sich hauptsächlich am Zahnfleischrand festsetzen. Die Bakterien sind von Mensch zu Mensch übertragbar, beispielsweise, wenn man dieselbe Zahnbürste benutzt. Damit die Zähne erhalten bleiben, ist gesundes und festes Zahnfleisch notwendig. Wer Blut beim Zähneputzen spuckt, für den ist der Besuch beim Zahnarzt mehr als überfällig.

Behandlung

Die Behandlung der Parodontitis kann nicht sofort beim ersten Zahnarzt-Termin stattfinden. Für diese Behandlung ist ein Antrag beim gesetzlichen Krankenversicherer des Patienten notwendig, der die Kosten übernehmen soll. Grundsätzlich übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Parodontal-Behandlung, wenn der Versicherte seine Zähne regelmäßig putzt, abgeschlossene Behandlungen erfolgreich verliefen und die Langzeitprognose der Zähne geklärt ist.

Bei der Behandlung entfernt der Zahnarzt die in den Zahnfleischtaschen vorhandenen Bakterien. Bei sehr tiefen Zahnfleischtaschen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, um das kranke Gewebe zu entfernen. Dies ist auch der Fall, wenn die Parodontose nach der Behandlung weiterhin besteht.

Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse?

Die gesetzlichen Krankenversicherer müssen nach dem aktuellen Leistungskatalog lediglich die Kosten übernehmen, die für eine Standardbehandlung anfallen. Alle weiteren Kosten für Leistungen, die nicht in der Standardbehandlung vorgesehen sind, trägt der Versicherte.

Welche Kosten kommen auf den Einzelnen zu?

Bevor der Zahnarzt die Kostenübernahme beim gesetzlichen Krankenversicherer seines Patienten beantragt, ist mindestens eine professionelle Zahnreinigung notwendig; meist sind es mehrere. Diese Kosten sind vom Versicherten in vollem Umfang zu tragen. Auch die Kostenübernahme für zusätzliche Leistungen, wie Laborbestimmung, Lasertherapie oder wenn Materialien für den Knochenaufbau notwendig werden, verweigern die gesetzlichen Krankenversicherer. Auch auf den Kosten, die für Informationstermine anfallen, bei denen der Patient eine effektive Zahnpflege in Zusammenhang mit gesunder Ernährung lernt, bleibt der Versicherte sitzen. Er kann die für die Parodontal-Behandlung anfallenden Kosten lediglich bei der Einkommenssteuer-Erklärung geltend machen.

Einige Zahnärzte haben reagiert und bieten ihren Patienten Vorbehandlungspakete an, in denen die Leistungen enthalten sind, welche die gesetzliche Krankenversicherung nicht bezahlt. Dazu gehören beispielsweise die professionellen Zahnreinigungen und meist auch die Laboranalyse. Die Kosten für ein solches Paket belaufen sich zwischen 100 und 400 Euro.

Die Kosten für die Plasma- oder Laserbehandlung übernehmen die gesetzlichen Krankenversicher in keinem Fall. Wer sich für eine solche Therapie entscheidet, muss mit Kosten rechnen, die sich auf etwa 15 Euro je Zahn belaufen. Bei einem kompletten Gebiss sind dies rund 400 Euro.