Parodontitis: kommt nicht gerade selten vor

Parodontitis ist gar nicht so selten, wie man glaubt. Allein in Deutschland sind etwa 33 Prozent davon betroffen. Symptome sind Zahnfleischbluten und eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Der Zahnhalteapparat beginnt am Rand des Zahnfleisches und zieht sich über dem Zahnzement bis zur Wurzelhaut hin. Ist der Zahnapparat entzündet, kann es zu Zahnverlust kommen.

Entzündung

In der Regel ist Parodontitis eine schleichende Erkrankung, die keine Schmerzen bereitet. Betroffene merken erst, dass etwas nicht stimmt, wenn es zu Zahnfleischbluten kommt. In dieser Phase ist das Zahnfleischgewebe gerötet und oft auch angeschwollen. Begleitet werden die Symptome durch Mundgeruch. Weiter entstehen Zahntaschen, die letztendlich für den Verlust des Zahns verantwortlich sind. Parodontitis ist nicht ungefährlich, da sich die Bakterien schnell in den Blutkreislauf begeben und Folgeerkrankungen auslösen. Außerdem müssen die verloren gegangenen Zähne durch Implantate oder Kronen ersetzt werden.
Parodontitis ist behandelbar. Je früher mit der Behandlung begonnen werden kann, desto besser stehen die Aussichten, die Erkrankung zügig in den Griff zu bekommen. Zuständig für die Behandlung ist der Zahnarzt, der die Schwere der Erkrankung durch einen Parodontalen Screening Test feststellt. Die Testergebnisse bilden die Basis für die Behandlung. Die einzelnen Schritte legt der Zahnarzt fest. Doch bevor es zur Behandlung kommt, bespricht der Zahnarzt mit seinem Patienten das Ergebnis und klärt ihn über die Notwendigkeit der Behandlung auf. Der Patient wird über Risiken und Folgen informiert. Nach seiner Zustimmung beginnt die Behandlung.

Behandlung

Die Behandlung ist aufwendig und dauert einige Zeit. In einigen Fällen, besonders dann, wenn die Parodontose weit fortgeschritten ist, ist eine chirurgische Behandlung notwendig. Nach der Behandlung erfolgt die Nachsorge, die wöchentliche Kontrolluntersuchungen beinhaltet. Die für die Parodontitis-Therapie entstehenden Kosten werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen. Allerdings gibt es hier einen Haken. Nach den Richtlinien der gesetzlichen Krankenversicherer muss vorab eine Behandlung stattfinden. Die Kosten für die Vorbehandlung übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht; die Kosten für diese Maßnahme gehen zu Lasten des Patienten. Wie hoch die Kosten für die Vorbehandlung sind, hängt von der Anzahl der zu behandelnden Zähne ab. Patienten müssen jedoch mit Kosten zwischen 50 und 150 Euro rechnen. Einige gesetzliche Krankenversicherer wie beispielsweise die IKK oder die AOK plus sind bereit, einen Teil dieser Kosten zu übernehmen. Gesetzliche Versicherte sollten vor Behandlungsbeginn Rücksprache mit ihrer Krankenversicherung halten.

Krankenversicherung

Wie sich die Kostenfrage bei den privaten Krankenversicherern löst, hängt hauptsächlich vom gewählten Tarif und den zusätzlichen Bausteinen der einzelnen Versicherten ab. Auch hier ist das Gespräch mit dem Anbieter zu suchen, bevor man sich in Behandlung begibt.