Privatversicherte beim Zahnarzt

Wer privat krankenversichert ist, bezahlt die Rechnung beim Zahnarzt zuerst aus eigener Tasche. Die Abrechnung mit dem Krankenversicherer erfolgt später und direkt vom Versicherten zum Anbieter. Vor den Gesundheitsreformen waren die Kosten des Zahnarztes für gesetzlich Versicherte kein Thema. Die Abrechnung erfolgte zwischen Zahnarzt und Krankenkasse. Jede Gesundheitsreform beschnitt den Leistungskatalog und so sind es auch die gesetzlich Versicherten, die vom Zahnarzt eine Rechnung erhalten. Die neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) regelt die Kosten, welche die Krankenversicherer übernehmen.

Zahnfüllungen

Für Versicherte bedeutet dies, die Krankenversicherer bezahlen bei Zahn-Füllungen die Kosten, welche für die einfachste und preiswerteste Variante anfallen. Dies ist in der Regel die Zahn-Füllung aus Amalgam; für die Zähne im Frontbereich aus Kunststoff oder Komposit, der Fall. Kann der Patient eine Allergie gegen Amalgam nachweisen, bezahlt der Krankenversicherer die wesentlich teureren Füllungen aus Kunststoff. Ist keine Allergie vorhanden, der Patient besteht jedoch auf Kunststofffüllungen, trägt er die Differenz zwischen seiner gewählten und der günstigsten Variante.

Wurzelkanalbehandlung

Während der Lebenszeit eines Menschen kommt es vor, dass sich die Wurzel eines Zahnes entzündet. Dabei geht es um die Frage, ob der Zahnarzt durch die Behandlung den Zahn erhalten kann oder nicht. Bis Ende 2003 bezahlten die Krankenversicherer anstandslos diese Behandlung; seit 1. Januar 2004 nur noch mit Einschränkungen. Gesetzliche Krankenversicherer bezahlen die Behandlung, wenn es um den Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe geht. Sie leisten ebenfalls, um funktionstüchtigen Zahnersatz zu erhalten und zur Vermeidung einer einseitigen Freiend-Situation. Für die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherer spielt neben den genannten Aspekten das Alter ihrer Versicherten eine Rolle. Bei der Behandlung der Zahnwurzel übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten, wenn der Zahnarzt den zu behandelnden Zahn als erhaltungswürdig einstuft.

Zahnersatz

Ist Zahnersatz notwendig, erstellt der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan. Diesen reichen Versicherten bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein. Egal, wie teuer der Zahnersatz tatsächlich ist, die Krankenversicherer bezahlen einen Festbetrag als Zuschuss. Dabei orientieren sie sich an den Kosten, welche für die günstigste Variante, der Regelversorgung, anfällt. Für Versicherte mit geringem Einkommen, Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger erhöht sich der Zuschuss aufgrund der Härtfallregelung.

Professionelle Zahnreinigung

Um die Gesundheit der Zähne zu erhalten, ist zwei Mal im Jahr die professionelle Zahnreinigung notwendig. Dabei entfernt der Zahnarzt hartnäckige Beläge wie Zahnstein, säubert die Zahntaschen und versiegelt die Zahnoberflächen mit fluoridhaltigem Lack. Die Kosten für die professionelle Zahnreinigung gehen in vollem Umfang zulasten der Versicherten. Einige gesetzliche Krankenversicherer geben Boushefte aus und beteiligen sich in diesem Rahmen an den Kosten. Andere Versicherer rechnen direkt mit den Mitgliedern ab. Der Großteil der Kosten geht in jedem Fall zulasten des Versicherten.