Wurzelkanalbehandlung ist nicht immer kostenlos

 
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Oft sind es nicht nur erkrankte Zähne, die schmerzen, betroffen kann auch die Wurzel, hauptsächlich der Wurzelkanal sein. Bis Ende 2003 gingen die Betroffenen zum Zahnarzt, um eine Behandlung des Wurzelkanals durchführen zu lassen. Heute ist es in vielen Fällen notwendig, erst zur Bank und dann zum Zahnarzt zu gehen. Warum? Weil die gesetzlichen Krankenversicherer nur noch in bestimmten Fällen die Kosten für die Wurzelkanalbehandlung übernehmen.

Was ist eine Wurzelkanalbehandlung?

Der Zahnwurzelkanal besteht aus Haupt- und Seitenkanälen. die Behandlung des Wurzelkanals erfolgt mit einem Operationsmikroskop oder einem anderen Vergrößerungsmittel, damit der Zahnarzt die verzweigte und äußerst feine Anatomie der Wurzelkanäle erkennen und behandeln kann. Das gesamte erkrankte Wurzelkanalsystem kontrolliert der Zahnarzt, reinigt, desinfiziert es und formt es aus. Danach verschließt er den Hohlraum mit einem Material, das ihn versiegelt. Zum Schluss erhält die Zahnkrone eine Füllung, die stabil und bakteriendicht ist.

Kostenübernahme durch die Krankenversicherer?

Im Gegensatz zu der Zeit vor dem 1. Januar 2004 übernehmen die Krankenversicherer die Kosten für diese Behandlung nur mit Einschränkungen. Die GKV ist nur dann zur Kostenübernahme bereit, wenn vom erkrankten Zahn bis zur Kiefermitte alle anderen Zähne vorhanden sind. Alternativ dann, wenn die Lücken der Zahnreihe durch Zahnersatz geschlossen wurden. Ebenfalls zur Kostenübernahme ist die GKV bereit, wenn durch die Behandlung eine einseitige Freiend-Situation vermieden wird und wenn der Erhalt von vorhandenem funktionstüchtigem Zahnersatz gewährleistet ist.

Die gesetzlichen Krankenversicherer verweigern die Leistung, wenn es absehbar ist, dass der vorhandene Zahnersatz in nicht allzu ferner Zukunft verloren geht und ein neuer Zahnersatz nicht im Bereich des Möglichen ist. Der Patient wird zur Kasse gebeten, wenn es bei der Wurzelkanalbehandlung um die großen Seitenzähne handelt.

Was ist im Leistungskatalog nicht enthalten?

Die Kosten für die Wurzelkanalbehandlung der großen Seitenzähne sowie die Anwendung von modernen Behandlungsmethoden gehen zu Lasten des Patienten. Ebenfalls erhält er von seinem Zahnarzt eine Rechnung, wenn eine extreme anatomische Situation der Zahnwurzel vorliegt. Auch die Kosten für die elektrometrische Längenbestimmung des Zahnwurzelkanals sowie die alle medizinischen Einlagen, die mehr als drei Sitzungen benötigen.

Erkennt der Zahnarzt, dass die Wurzelkanäle weiter als gedacht verzweigt sind, kann er die Bedingungen der GKV nicht mehr erfüllen. Die Mehrkosten gehen zu Lasten des Patienten.

Was kostet die Wurzelkanalbehandlung?

Übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für die Wurzelkanalbehandlung nicht, rechnet der Zahnarzt direkt mit seinem Patienten ab. Die Kosten orientieren sich an den Aufwand der Behandlung sowie deren Verlauf und belaufen sich zwischen 200 bis 800 Euro.